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Ziele für 2009 und darüber hinaus


• Die Internetpräsenz www.anna-selbdritt.de

Um der Sache Willen und unabhängig von negativen Meinungsmachern weiterhin gute Arbeit leisten zu können,
ist eine eigene Internetpräsenz für uns unumgänglich geworden. Eine Einflussnahme von Anderen,
die unser Projekt gefährden oder die Gruppe entzweien könnte, wollen wir so in Zukunft vermeiden.

www.anna-selbdritt.de soll Rechenschaft über unsere Arbeit geben und helfen, den Kulturraum rund um die Kapelle an der alten Kirchspielgrenze zwischen Dorsten und Buer als historische Einheit zu sehen und seine Kulturgüter bewusst und erfahrbar zu machen. Zu gewissen Themen sind darüberhinaus Publikationen in Form von Büchern oder Broschüren vorgesehen.

Geplant ist eine zweite Seite kohlenweg.info auf der die historischen Zusammenhänge des Kohlenweges von der Ruhr über Dorsten bis an den Niederrhein von der Antike bis in die Postindustrie dargestellt werden sollen. Darüber hinaus werden wir versuchen, die Landschaft der angrenzenden Städte und Gemeinden mit alten Fotos und Berichten zur Geschichte virtuell wieder auferstehen zu lassen. Auf Bettenhausens Straße der Kunst werden wir ein ganz besonderes Augenmerk werfen und uns umschauen, was es zwischen Ruhr, Emscher und Lippe sonst noch zu entdecken gibt.

• Rad- und Wanderstrecke rund um den Gahlenschen Kohlenweg zwischen Dorsten und Buer.

Um den historischen Kulturraum zwischen der jungen Industriestadt Gelsenkirchen und der alten Hansestadt Dorsten erfahrbar zu machen, wollen wir mit Dorstenern verstärkt über einen gemeinsamen Radweg rund um den Gahlenschen Kohlenweg in diesem Gebiet nachdenken. Die Infrastruktur für einen schonenden Rad- und Wandertourismus ist durch die vielen Wirtschaftswege bereits vorhanden, allerdings muss noch eine Route ausgearbeitet werden, welche die einzelnen Sehenswürdigkeiten in beiden Städten miteinander verbindet.

Wir haben zu diesem Thema dem Umwelt- und Planungsamt Dorsten, wo man ähnliche Gedanken hegt, unsere Zusammenarbeit angeboten und wollen demnächst einen Vorschlag über die Streckenführung auf Gelsenkirchener Gebiet vorlegen.



Foto: Heinz Hackstein

• Historische Tafeln

Um die Menschen vor Ort zu Informieren, wollen wir uns für historische Hinweistafeln stark machen. Dies gilt insbesondere für die Anna Selbdritt Kapelle und die Wasserburg Lüttinghof, aber auch für wichtige Standorte der Industrie- und Siedlungsgeschichte, wie an der ehemaligen Zeche/Kokerei Scholven und in ihrer Kolonie. Die wichtigen Eckdaten haben wir bereits nachrecherchiert und in kurzen knappen Texten zusammengefasst.

Umbennenungen

1. Bushaltestelle "Anna Selbdritt Kapelle"

Um auf die historischen Kulturdenkmäler aufmerksam zu machen, sind von uns Umbenennungen geplant. Ganz aktuell arbeiten wir an einem Antrag die Bushaltestelle am Fünfhäuserweg der Verbindung Dorsten – Buer (SB28) in „Anna Selbdritt Kapelle“ umzubenennen. Den Antrag wollen wir im März in die politischen Gremien Gelsenkirchens schicken.



2. "Antoniushalde" im Scholver Feld

Im letzten Jahr haben wir begonnen in unseren Internetbeiträgen und in Gesprächen mit Menschen, denen wir bei unserer Arbeit begegnen, die Abraumhalde im Scholver Feld gemeinhin „Antoniushalde“ zu nennen, weil sich einst nordöstlich von ihr die Antoniuskapelle und südwestlich die Antoniusschule befand. Die Antoniuskapelle war Gelsenkirchens ältester Kirchenbau, die Antoniusschule Scholvens älteste Lehranstalt. Beide sind Relikte der Vorindustrie, beide sind Ende des 20. Jahrhunderts der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Um an diese beiden Bauwerke zu erinnern, werden wir die Benennung in Zukunft beibehalten, ohne gleich bei Ämtern etwas zu beantragen. Der Gahlensche Kohlenweg in Buer hat schließlich auch mehrere Namen, Dorstener Straße, B224 und seit neustem auch Straße der Kunst und Kühltürme heißen bei uns Gustav und Heinrich. Wir sind gespannt, inwieweit sich der „Volksmund“ in Zukunft diesbezüglich durchsetzen wird.

• Landmarkenkunst in Scholven

Nachdem die Antoniuskapelle abgerissen wurde, hat die Familie Tweckel das kostbare Inventar in ihre Schlosskapelle nach Havixbeck verbracht. Damit ist Scholven um einige wertvolle Kunstgegenstände ärmer geworden, was wir nicht rückgängig machen möchten, aber doch sehr bedauern.

Wir wollen Kunst zurück nach Scholven holen - aber wie?

Seit längerem machen wir uns schon Gedanken über einen dezenten künstlerischen Akzent auf oder an unserer Antoniushalde, die ähnlich wie die Hürfeldhalde in Dorsten sehr naturbelassen aber noch völlig nackt dasteht.
Blick von der Antoniushalde über den historischen Kulturraum zur Hürfeldhalde nach Dorsten

Durch eine Landmarke wäre der Fünfhäuserweg in Scholven um eine weitere Attraktion reicher und die Anna Selbdritt Kapelle über die Antoniushalde nicht nur künstlich, sondern auch auf kunstvolle Art wieder mit Schloss Lüttinghof verbunden.

Wer Lust hat, diesen Gedanken in diesem Jahr mit uns weiter zu spinnen, darf sich gerne melden...

contact@anna-selbdritt.de



Symbolischer Grundstein für einen
künstlerischen Akzent auf der Antoniushalde

• Replik der Anna Selbdritt

Seit Scholvens Anna Selbdritt 1986 aus der Kapelle gestohlen und zwei Wochen später in einem Vorgarten wiedergefunden wurde, wird sie in der St. Josefkirche ausgestellt. Eine Fotografie in der Kapelle kann eine Skulptur allerdings nicht wirklich ersetzen, weshalb wir daran interessiert sind, eine Replik dieser Heiligenfigur anfertigen zu lassen. Der erste Ansatz wurde im letzten Jahr durch einen unschönen Zwischenfall verhindert, allerdings wollen wir diese Überlegung 2009 wieder aufgreifen.

Wer Ideen hat oder sich zutraut eine maßstabsgetreue Kopie in den Originalfarben herzustellen, den bitten wir, sich bei uns oder im Pfarrbüro St. Josef Scholven zu melden.

Telefon: 02 09 - 3 09 00


• Kapellendach

Das Kapellendach des Heiligenhäuschens ist durch das Astwerk der Buerschen Linde beschädigt worden und an manchen Stellen aus den Fugen geraten. Für die Reparatur suchen wir noch jemanden, der davon Ahnung hat und sich diese Arbeit zutraut.

Für Ideen und Hilfe rund um unsere Kapelle und den Kulturraum, in dem sie steht, sowie für Veranstaltungshinweise, Tipps, Berichte, Bilder und Fotos zu historischen oder aktuellen Zusammenhängen rund um den Gahlenschen Kohlenweg und die Städte, durch die er führt, sind wird jederzeit dankbar.

Rufen sie uns an unter 02 09 - 3 66 66 31 oder schicken Sie eine Mail:

contact@anna-selbdritt.de


• Kohlenwegkult(o)ur - Exkursionen entlang des Kohlenwegs und der Lippe

Wir wollen uns nicht nur mit der Geschichte Anna Selbdritts und des ältesten Handels- und Transportweges quer durch das heutige Ruhrgebiet beschäftigen, sondern ihn auch immer wieder bereisen, um zu schauen, was es links und rechts zu entdecken gibt.

Hierbei kann uns jeder begleiten und mitmachen. Das Konzept dazu ist denkbar einfach und hat sich 2008 bei unseren Aktionen in Gelsenkirchen bereits mehrfach bewehrt:

Das Anna Selbdritt Projekt nimmt Kontakt zu den Zielen auf, die wir besuchen wollen und macht einen Besichtigungstermin aus. Anschließend wird der Termin im Internet veröffentlicht und wer teilnehmen möchte, setzt sich mit uns in Verbindung. Wir organisieren uns in der Regel selber und bilden Fahrgemeinschaften. Dadurch sind wir recht flexibel, der Unkostenbeitrag beschränkt sich auf Eintrittsgelder oder einer Spende vor Ort. Auch der „bürokratische“ Aufwand dabei ist recht gering und die Erfahrung zeigt, dass die Menschen bei solchen Veranstaltungen schnell ins Gespräch kommen. Mit diesem Konzept wollen wir nicht nur den Kohlenweg bereisen, sondern auch von der Idee her einen völlig eigenen Weg beschreiten.

Für das Frühjahr 2009 sind folgende Exkursionen geplant:

1. Bereich Kunst

1.1. - "Auf den Spuren Anna Selbdritts" -

Geplant ist eine Fahrt über den Kohlenweg zu den Anna Selbdritt Stationen rechts und links der Lippe, bei der wir uns die Kirchen der Pilgerstrecken, speziell die Anna Selbdritt Darstellungen anschauen und dokumentieren wollen. Angedacht ist ein Besuch der Kirchen St. Josef Scholven, St. Ludgerus Altschermbeck, St. Matthäus Wulfen, St. Lambertus Lippramsdorf, des Franziskanerklosters Dorsten und der Kapelle auf dem Annaberg.

Einen Termin werden wir veröffentlichen, sobald wir uns mit den Pfarreien abgesprochen haben.

Interessenten können sich melden unter:

contact@anna-selbdritt.de



Anna Selbdritt Dorsten, Franziskanerkloster
1.2. - "Kunststraße wird Straße der Kunst – den Projektoren 2010 über die Schulter geschaut" -
Wie schon 2008 wollen wir uns auch 2009 wieder an die Fersen der Kunstvereine heften, die im Rahmen ihrer Projektionen zur Kulturhauptstadt 2010 den Gahlenschen Kohlenweg zwischen Dorsten und Hattingen wiederauferstehen lassen.

Der Kunstverein Gelsenkirchen hat bereits den Flug eines Kunstfliegers entlang des Kohlenweges angekündigt und auch eine Fortsetzung der Projektion Wegezeichen von Nol Hennissen an der Matthäuskirche.

Entsprechende Termine und Informationen über das, was uns die Kunstvereine sonst noch zwischen Ruhr, Emscher und Lippe präsentieren werden, geben wir rechtzeitig im Internet bekannt. Interessenten sind herzlich eingeladen uns in Gelsenkirchen und den anderen vier Städten zu begleiten.


Hermann J. Kassels Kohleskulptur und die Johanneskirche Dorsten, 13. September 2008

2. Bereich Geschichte

2.1. -
Die Lippe in der Antike – der älteste Verkehrsweg der heutigen Metropole Ruhr -
Teil 1:

Unter dem Motto: „Alle Wege führen nach Rom – auch die Lippe“ wollen wir uns mit der Bedeutung des ältesten Verkehrsweges im Ruhrgebiet in der Antike beschäftigen. Dazu ist geplant das Römermuseum in Haltern zu besuchen, um uns vor Ort einen Eindruck zu verschaffen, welche Rolle dieser Fluss für unsere Region vor 2000 Jahren gespielt hat.

Der Kampf um die Macht westlich des Rheins, die legendäre Schlacht zwischen Varus und Arminius jährt sich in diesem Jahr zum 2000. Mal. Diesem Ereignis wollen wir beiwohnen. Angedacht ist bei der Exkursion auch ein Zwischenstopp in Dorsten – Holsterhausen, wo sich in den Lippeauen einst die Marschlager der Römer auf ihrem Weg nach Germanien befanden.



www.heimatverein-haltern.de
Teil 2:

Als Ergänzung zu dieser Exkursion können wir uns bei entsprechendem Interesse zu einem späteren Termin auch einen Besuch in der römischen Großstadt Colonia Ulpia Traiana vorstellen, dem Archäologischen Park Xanten (APX). Die antike Stadt geht auf das legendäre Castra Vetera zurück, dem Ausgangsort des römischen Expansionsversuchs nach Germanien. Hier war neben Mainz der bedeutendste Stützpunkt der von Köln dirigierten Classis Germanica, der Marineflotte der Römer, ein wichtiger Bestandteil ihrer Kriegslogistik, die mit Schiffen über die Lippe ihre Militärlager mit Nachschub versorgten.

Interessenten können sich melden unter: contact@anna-selbdritt.de

2.2. - Mittelalter – Die Bauernschaften im Kirchspiel Buer und St. Viktor in Xanten -

Nicht nur für die Römer war Xanten das bedeutendste Zentrum am Niederrhein und die Lippe der wichtigste Transportweg nach Germanien. Die in der Antike angelegte Ausrichtung auf diese Stadt setzt sich im Mittelalter fort, als das Gebiet zwischen Lippe und Emscher besiedelt wird und sich die ersten Dörfer und Bauernschaften herausbilden. Gleichzeitig entsteht auch eine Infrastruktur aus Wegen und Pfaden, deren Hauptstrecke die beiden Flüsse miteinander verbindet und die später ein wesentlicher Bestandteil des Gahlenschen Kohlenweges werden soll. Fast alles, was sich seit der Antike rechts und links dieses Weges an Kultur entwickelt, ist ursprünglich auf Xanten ausgerichtet, sowohl religiös, als auch politisch und wirtschaftlich. Diese Ausrichtung, die in den Bauernschaften des Kirchspiels Buer besonders in Scholven bis weit in die Neuzeit bestand hatte, möchten wir von hier gerne nachverfolgen.



St.Viktor, www.xanten.de

Geplant ist eine Fahrt von den Scholvener Höfen entlang des Kohlenwegs nach Dorsten zum Standort des einstigen Xantener Speichers und von dort weiter zum St. Viktorstift an den Niederrhein mit einer Besichtigung des
„größten Doms zwischen Köln und dem Meer“ und einer Stadtbegehung.

Interessenten können sich melden unter: contact@anna-selbdritt.de

• Information und Bildung

Um Heimatforschern, Hobbyhistorikern und Geschichtsinteressierten neue Impulse zu geben, wollen wir uns auch 2009 mit städtischen und privaten Archiven und Sammlungen in Verbindung setzen und gemeinsame Veranstaltungen organisieren. Nach dem Erfolg einer solchen Veranstaltung im Stadtarchiv Gelsenkirchen im November letzten Jahres planen wir weitere Archive in den Städten am Gahlenschen Kohlenweg vor- und einen Kontakt zwischen geschichtshungrigen Bürgern und öffentlich zugänglichen Einrichtungen dieser Art herzustellen.

Dieter Host vom ISG im Gespräch mit unserer Gruppe aus Buer: Johannes Küperkoch, Wolfgang Skowronek und Heinz Hackstein

• Umgang mit neuen Medien

Bei Bedarf werden wir wie 2008 bereits erfolgt, in Kleingruppen Workshops zur Bildbearbeitung und Präsentation im Internet einrichten und speziell älteren Menschen den Umgang mit diesem Medium erklären.

Für Fragen und Anregungen, sowie weitere Themenvorschläge setzen Sie sich am besten mit uns Verbindung:

contact@anna-selbdritt.de

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