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Anna Selbdritt Projekt


Hinter dem Anna Selbdritt Projekt verbirgt sich eine Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein Bewusstsein für den Wert und die Bedeutung des einheitlichen historischen Kulturraums zwischen Dorsten und Buer zu schaffen und sich mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit und selbstorganisierten Renovierungsmaßnahmen für den Erhalt und die Pflege der in diesem historischen Landstrich konzentriert anzutreffenden vorindustriellen Zeugnisse einzusetzen, bei denen es sich um die ältesten Gelsenkirchens handelt.

Durch unseren Einsatz wollen wir das Image unserer Heimatstadt, die gemeinhin als graue Industriestadt wahrgenommen wird, aufpolieren und ihr westfälisches Gesicht zeigen, das in ihrem äußersten Norden ohne weiteres mit den romantischen Landstrichen im Münsterland mithalten kann und dessen, für das Ruhrgebiet selten gewordenen mittelalterlichen Zeugnisse, keinen Vergleich zu scheuen brauchen.

• Gelsenkirchen denk mal! – weitere Aufgaben unseres Projektes

Stellen Sie sich vor, ihr Kind hätte Geburtstag und sie würden ihm sagen, sie ginge das nichts an...

Der Stadtteil Scholven erlebte im letzten Jahr ein kulturelles Desaster, welches Seinesgleichen sucht. Die Stadt Gelsenkirchen verschläft gleich zwei runde Jubiläen, die anderen Ortes wahrscheinlich für wochenlange Spektakel gesorgt hätten. 100 Jahre Zeche Scholven… und niemand kriegt´s mit - 700 Jahre Lüttinghof… und keiner will hin!
Traurig, aber wahr.

Die WAZ dazu am 4. August 2008: „Doch der Stadt scheint dieses Image-trächtige Jubiläum kaum bekannt zu sein, folglich seien auch keine Feiern oder ähnliche Veranstaltungen geplant, sagt Stadt-Pressesprecher Martin Schulmann.

Presse: „Wasserburg Lüttinghof im August 700 Jahre - Stadt nutzt Jubiläum kaum“
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/gelsenkirchen/2008/8/4/news-66938432/detail.html

• 700 Jahre Wasserburg Lüttinghof – Scholvens Vorindustrie

Neben Anna Selbdritt und ihrer Kapelle steht Haus Lüttinghof, einst kulturelles Zentrum der Scholvener Bauern, das 2008 seinen 700. Geburtstag feierte, im Focus unserer Öffentlichkeitsarbeit. Diesen Geburtstag hätte wahrscheinlich kaum jemand wahrgenommen, wenn nicht einzelne Personen und Gruppen - ähnlich wie wir - die Initiative ergriffen hätten, die wunderschöne Wasserburg immer wieder ins Gespräch zu bringen, denn die Stadt Gelsenkirchen fühlte sich nicht zuständig und musste vom Regierungspräsidenten in Münster zum Geburtstag ihres ältesten Gebäudes eingeladen werden.

Lüttinghoff St.Antonius 1840
Wasserburg Lüttinghof um 1840 mit Antoniuskapelle, die 1974 abgerissen wurde

• 100 Jahre Kolonie Scholven – Industriegeschichte

Zeche Scholven 1933 Zeche Scholven 1933 - Foto: Elektrofahrsteiger Schiffmann
Quelle: Rabas, Stricker: Gelsenkirchener Bergwerke im Bild
Auch der Kolonie Scholven wollen wir ein virtuelles Denkmal setzen mit Berichte zur Stadtteil- und Industriegeschichte, die mit dem Abteufen der Schachtanlage Berlin 1908 begann, und die sich 2008 zum 100. Mal jährte, was lediglich dem Betreiber des e.on Kraftwerkes bewusst und einen Tag der Offenen Tür wert gewesen ist.

Der Gahlensche Kohlenweg – Herzlich Willkommen Metropole Ruhrgebiet

Ein ganz besonderes Augenmerk legen wir auf den Gahlenschen Kohlenweg, der als Vorbote der späteren Industriealisierung quer durch die historische Landschaft zwischen Dorsten und Buer führt und hier bereits Jahrhunderte vor Anlegen der Kunststraße ein nicht zu verachtender Verkehrsweg war. Mit der mittelalterlichen Anna Selbdritt Figur, die mit der Verlegung des Kohlenwegs an ihre heutige Stelle versetzt wurde, lässt sich so wunderbar eine Brücke von der Industriekultur in die Vorindustrie bauen.

Kunststraße 2010
www.gahlenscher-kohlenweg.de
Durch die Aufnahme in den Verlauf der Straße der Kunst als eine von 11 Stationen des Gahlenschen Kohlenwegs, gehört die Anna Selbdritt Kapelle zusammen mit der Matthäuskirche in Middelich, an welcher der Künstler Nol Hennissen sein Wegezeichen setzte, zu den ersten Stationen in Gelsenkirchen, bei denen die Kulturhauptstadt 2010 bereits angekommen ist. Darauf sind wir ganz besonders stolz. Logo Ruhr 2010
Auch beim Thema Gahlenscher Kohlenweg sehen wir in der Öffentlichkeit noch keinerlei bemerkenswerte Initiative von Seiten der Stadt Gelsenkirchen, die Chancen, die diese historische Straße im Rahmen von Kulturhauptstadt 2010 bietet, für eine Aufwertung dieser Region und der Stadt Gelsenkirchen zu werben. Wir möchten uns niemandem verschließen und sind uns über die überstrapazierten finanziellen Verhältnisse und die sich daraus ergebenden Handlungsschwierigkeiten in einer Stadt mit einer Arbeitslosenquote von knapp 15 % durchaus bewusst. Deshalb möchten wir ganz offiziell dem Kulturamt der Stadt Gelsenkirchen und der Stadtmarketinggesellschaft unsere Zusammenarbeit anbieten.
• Schafsnase im Ruhrkulturgarten – auf gute Nachbarschaft

Über den Gahlenschen Kohlenweg ist es nur ein Katzensprung zu unseren Nachbarn in Dorsten, einer Stadt, die eine ähnlich angespannte Haushaltslage besitzt wie Gelsenkirchen und genauso auf das freiwillige Engagement ihrer Mitbürger angewiesen ist. Die im Ruhrkulturgarten in Altendorf-Ulfkotte gepflanzten heimischen Apfelsorten - 53 an der Zahl, für jede Ruhrgebietsstadt einen - haben ein ähnliches Schicksal wie unsere Kulturgüter im Norden Buers, denn sie drohen in Vergessenheit zu geraten, weil sie bereits vom Markt verschwunden und vom Aussterben bedroht sind. Gemeinsam sind wir stark und deshalb gehört die Nachbarschaftspflege zu Projekten, die wie die unsrigen in Eigeninitiative aufgebaut sind, zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Arbeit.
Kulturgarten Selbdrittgruppe
 
Pflanzen des Nußstrauches für das Land Nordrhein Westfalen auf Hof Dalhaus.
Links: Anita Rollfink und Johannes Fischer. Rechts: Dorstens Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und Heinz-Dieter Klink, Regionaldirektor des Regionalverbands Ruhr.
Presse: "Dorstener Zeitung"
http://www.dorstenerzeitung.de/lokales/dorsten/lokal/dnlo/art914,384728
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